Wandertour vom 24.09. - 28.09.2003 in Gosau am Dachstein

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Und wieder einmal war unser Rad- und Wanderclub "Immer nur bergab" unterwegs in Österreich zum Wandern. Diesmal waren wir in Gosau. Skifahrer kennen es von dem Skigebiet "Dachstein West".

Am Mittwoch, den 24. September, morgens um 8:00 Uhr starteten wir in Alzenau. Wir, das waren Christel und Willi, Sonja und ich, Hans. Unsere hessischen Wanderfreunde Mechthild und Helmut wollten erst später losfahren. Wir jedoch nutzten den Urlaubstag, denn wir wollten uns am Nachmittag noch den Ort "Hallstatt" und den gleichnamigen See anschauen.

Auf Getränke und Lebensmittel konnten wir diesmal verzichten, da wir uns eine schöne Pension mit Frühstück in Gosau ausgesucht hatten, in der wir schon sehr oft im Winter gewohnt haben. Pünktlich um 8:00 Uhr standen wir bei den Kuklas vor der Türe um Sie abzuholen. Das bißchen Gepäck war gleich verstaut und los ging es, über die Autobahn, Aschaffenburg - Würzburg - Nürnberg - Ingolstadt - München - Richtung Salzburg. Da wir ja noch nach Hallstatt wollten, verließen wir die Autobahn kurz vor Salzburg (Autobahnmaut gespart!) und fuhren durch Salzburg in Richtung Bad Ischl - Hallstatt. Das Wetter war leider nicht besonders toll, doch es regnete wenigstens nicht.

Um 13:00 Uhr waren wir dann an unserem Ziel angelangt, stellten uns auf einen Parkplatz und erkundeten den Ort zu Fuß. Wer Hallstatt noch nicht kennt, sollte es auf alle Fälle mal besuchen, denn es ist ein sehr schönes, traditionsreiches und idyllisch gelegenes Städtchen, unmittelbar am Hallstätter See gelegen. Umgeben von steil aufragenden Bergen, wo schon vor Hunderten von Jahren das "Weiße Gold", das Salz, aus den Bergen gewonnen wurde. Weiterhin ist es bekannt durch sein weltweit einmaliges "Beinhaus", in dem auf Grund der engen Platzverhältnisse die Gebeine und bemalten und beschrifteten Schädel der Verstorbenen aufgestapelt sind. Nachdem wir uns zum Abschluß noch einen Kaffee mit Apfelstrudel gegönnt hatten, verließen wir diesen schönen Ort und fuhren weiter nach Gosau.

Link zur Pension Pachler

Dort angekommen bezogen wir bei den "Pachlers" unsere Zimmer. Wir hatten gerade das Gepäck in den Zimmern verstaut und ausgepackt, da kamen auch schon Mechthild und Helmut gefahren. Somit waren wir also vollständig und heil (und unversehrt) angekommen.

Da wir alle ziemlich hungrig waren, beschlossen wir in das Gasthaus "Brandwirt" zum Abendessen zu fahren. Bei einem guten Essen und Livemusik dreier Musikanten, erholten wir uns schnell von den Strapazen der langen Autobahnfahrt. Doch schließlich brachen wir dann doch Richtung Quartier auf, da wir unsere Wirtsleute noch begrüßen wollten. Kaum angekommen stand auch schon der Begrüßungsschnaps auf dem Tisch und wir saßen noch lange mit Traudi und Fritz Pachler zusammen. Es wurde die Tour für den ersten Tag besprochen. Da für die Organisation der Touren die Kuklas verantwortlich waren und diese schon verschiedene Strecken ausgearbeitet hatten, fanden wir schnell die morgige Tour heraus. Wir einigten uns darauf, daß wir die Tour vom "Vorderen Gosausee" zum "Hinteren Gosausee" laufen wollten. Laut den angegebenen Beschreibungen sollte die Strecke in gut 1 1/2 Stunden zu laufen sein. Nachdem auch dies erledigt war, beschlossen wir unsere Betten aufzusuchen und uns soweit wie noch möglich auszuschlafen, um am nächsten Tag fit zu sein.

 

1. Wandertag, Donnerstag, 25. September 2003:

Vom "Vorderen Gosausee zum "Hinteren Gosausee".

Hier der Tourablauf unserer 1. Wanderstrecke: Parkplatz Gosaukammbahn - "Vorderer Gosausee" rechte Seeseite - Jagdhaus - Launing Wasserfall - Gosauseelacke - "Hinterer Gosausee" - Holzmeisteralm - zurück zum "Vorderen Gosausee" auf der linken Seeseite - Parkplatz Gosaukammbahn. Wir wandern in einer unter Naturschutz stehenden Landschaft, die zum „Weltkulturerbe „Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut“ gehört. Die Gehzeit war angegeben mit 1,5 bis 2 Stunden und der Höhenunterschied waren 230 m.

Pünktlich um 8.00 Uhr trafen sich alle zum ausgiebigen Frühstück im Aufenthaltsraum. Das Wetter sollte laut Auskunft unserer Pensionswirtin Traudl gut werden, doch der Blick aus dem Fenster ließ uns daran stark zweifeln, denn überall war Nebel und Dunst und es war nicht viel von Bergen zu sehen. Da es ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung gibt, gingen wir die Wanderung guten Mutes an.

Wir stellten unsere Autos am Parkplatz des "Vorderen Gosausees" ab und gingen los um die rechte Seite des Sees, vorbei an Almen, durch Wald und an steilen Felsen entlang. Zu unserer Überraschung hatte sich das Wetter wirklich gebessert und der Himmel hatte sich aufgeklärt. Traudi hatte also wieder einmal Recht gehabt mit Ihrer Prognose.

Der Gosausee ist einer der schönsten Bergseen. In seinem klaren grün schimmernden Wasser spiegeln sich die Berge ringsum und das mächtige Dachsteinmassiv mit seinem Gletscher. Vom Ende des Sees an ging der Weg stetig bergauf auf schottrigen Forststraßen, denn der "Hintere Gosausee" liegt um einige Meter höher als der vordere See.

Irgendwann, so nach ca. 1 1/2 - 2 Stunden sah man dann auf einmal das herrliche Panorama des Sees. Inmitten mächtiger Berge lag der grün leuchtende See, umgeben von Wald und fettem grünen Gras. Am Ende lag unser Ziel, die "Holzmeisteralm". Sie liegt 1160 m über dem Meeresspiegel.

Dort machten wir eine Einkehr bei Weißbier und Erbseneintopf mit Wurst und nach einiger Zeit der Ruhe, Einkehr und innerlichem Auftanken machten wir uns wieder auf den Rückweg zum „Vorderen Gosausee“.

Mittlerweile war es schon ein wenig schattig geworden und man fror schon ein wenig im Schatten. Mechthild fror so, daß Sie sich die Handschuhe von Willi ausleihen mußte, und es dauerte eine ganze Weile, bis sie wieder "Betriebstemperatur" erreichte.

Zurück am Parkplatz des "Vorderen Gosausees", waren wir schon etwas außer Atem und das erste Hemd war naßgeschwitzt. Unsere Tour war an diesem Tag zwar nur ca. 14 km weit, doch die darin enthaltenen Steigungen lehrten uns, daß wir als Flachlandbewohner, den nötigen Respekt vor den Bergen behalten sollten.

Nach einer kräftigen Jausen, saßen wir am Abend noch mit unseren Wirtslauten Fritz und Traudl bei Wein und Bier beisammen und "tratschten" über jeden und alles auf der Welt. Natürlich mußten wieder einige Schnaps ihr Dasein mit dem Leben bezahlen, was aber niemand sonderbar beeindrucken konnte.

 

2. Wandertag, Freitag, 26. September 2003:

Zum"Zwieselalmgebiet".

Hier die Wegeführung der heutigen Tour: Vom „Vorderen Gosausee“ (933m) mit der Seilbahn zur Bergstation und über die „Gablonzer Hütte“ (1550m) hoch zur Sonnenalm, über den Bergkamm hinunter zur „Edalm“ und über den Jägerweg zurück zur Seilbahn-Bergstation.

Diese 2. Tour war nicht viel weiter, doch man hatte schon einiges an Höhenunterschied zu bewältigen. Das Besondere an dieser Tour war aber, dass man egal von welchem Punkt des Weges immer einen wunderbaren Ausblick hatte. Zum Beispiel ins Gosautal, auf den Vorderen Gosausee, auf den Dachstein oder auch in weiter entfernte Bergregionen wie den Großglockner.

Es wurde wieder pünktlich um 8:00 Uhr gefrühstückt und dann ging es los. Der Anstieg machte uns ja kein Problem, denn wir ließen uns mit der Seilbahn auf den Berg schaufeln.

Oben angekommen genossen wir zuerst einmal den wundervollen Ausblick auf die Dachsteinregion. Nachdem wir einige Bilder geschossen hatten, ging es weiter berauf vorbei an der „Gablonzerhütte“ und

der „Breininghütte“ zur „Sonnenalm“. Dort stellten wir fest, dass wir den üblichen Wanderweg verlassen mussten, da Bagger und sonstiges schweres Gerät Wasserrohre in tiefe Kanäle verlegten und deshalb über eine große Fläche den Wanderweg aufgegraben hatten. Über Almmatten und vorbei an der Bergstation der Sesselbahn wanderten wir auf dem Bergkamm weiter, immer an der Familienskiabfahrt entlang bis zur „Edalm“.

Dort angekommen stärkten wir uns und stillten unseren Durst, denn die Sonne schien und es war trotz der späten Jahreszeit warm geworden.

Nachdem wir eine ausreichend lange Rast eingelegt hatten, ging es weiter, wieder hoch zur Sonnenalm und vorbei an einer großen Baustelle (im Kanonenrohr wurden Verbreiterungen durchgeführt.)

Der Weg war steil und nicht besonders breit ( und Keiner unter uns, dem auf diesem Weg nicht der Schweiß auf der Stirn stand). Auf halbem Wege mussten wir feststellen, dass wir unser eigentliches Ziel, die „Zwieselalmhütte“, nicht erreichen konnten, denn durch die Bauarbeiten im Kanonenrohr musste der Weg zur Hütte gesperrt werden.

Dadurch wurde unsere Tour um einiges abgekürzt und war auch viel früher zu Ende! Als wir auf der Sonnenalm ankamen machten wir eine kurze Rast und setzten uns auf einer Bank in die Sonne um uns ein wenig auszuruhen. Da es uns nach einem Kaffee mundete, beschlossen wir in die „Breininghütte“ zu Paul und Rosi einzukehren. Nach einem guten Kaffee und einem anschließenden Weißbier bekam ich Hunger auf mein inzwischen schon traditionelles Essen in dieser Hütte und bestellte mir eine Pfanne mit Speck und Eier, die ich mir anschließend schmecken ließ.

Frisch gestärkt brachen wir dann auf und liefen noch den kurzen Weg bis zur Gondelstation um  mit der letzten Gondel ins Tal zu fahren.

Wieder einmal hatten wir in den schönen Gosauer Bergen einen herrlichen Tag erleben dürfen. Der Wettergott war uns hold gewesen und die Herbstsonne hatte uns verwöhnt, so dass wir mit einer frischen Bräune im Tal ankamen.

Nachdem wir in unserer Pension angekommen waren und uns frisch gemacht hatten, servierte uns Traudl (unsere Pensionswirtin) die von uns gewünschten frisch geräucherten Forellen, die herrlich schmeckten. Am Abend dann gab es von den Wirtsleuten selbstgemachten Zirbenschnaps. Wir dachten uns: „Wenn wir in als Medizin trinken, dürfen wir uns anschließend noch einen „Willi“ genehmigen“. Und so geschah es dann auch. Müde vom Laufen und vom Alkohol legten wir uns zur verdienten Ruhe nieder und schliefen tief und fest dank der frischen Bergluft.

 

3. Wandertag, Samstag, 27. September 2003:

Zu den „Schleifsteinbrüchen“ und zum „Löckersee“.

Die heutige Wegführung: Aufstieg vom Gamsjäger zu den Schleifsteinbrüchen und von da zum Löckersee. Zurück ging es über die Forststraße herunter zum Gosauschmied. Es sollte unsere anstrengendste Tour werden, denn es waren 700 Höhenmeter zu überwinden. Die Gehzeit war mit 5–6 Stunden beschrieben. Eine Einkehrmöglichkeit gab es leider auf der heutigen Tour nicht, so mussten wir uns um unsere Verpflegung selber kümmern und sie mit auf den Berg tragen.

Heute ließen wir die Autos stehen und gingen die Tour zu Fuß an. Um 9:30 Uhr, und nachdem Fritz noch ein Bild von uns geschossen hatte, ging es los. Die Wanderung begann beim Gasthaus „Gamsjäger“. Direkt danach ging rechts am Waldrand der Wanderweg hoch. Es gab zwei Möglichkeiten um zu den Schleifsteinbrüchen zu kommen. Zum einen über die Forststraße, die in weiten Serpentinen den Berg empor geht und zum anderen über den steilen schmalen Wanderweg, der gerade und direkt zum Gipfel führt. Wir beschlossen, dass wir zuerst einmal den direkten steileren Weg gehen sollten. Wenn sich dieser als zu steil erweisen sollte, konnten wir ja, wenn der Weg die Straße kreuzte, dann die Forststraße weitergehen.

Nachdem wir auf dem steilen Weg unsere Betriebstemperatur erreicht hatten und hinunter blickten, hatten wir noch nicht einmal 200 Höhenmeter hinter uns gebracht. Als die Forststraße unseren Pfad das erste mal kreuzte beschlossen wir eine kurze Rast zu machen und die Wasserflaschen zu öffnen. Als unser Atem sich dann wieder beruhigt hatte waren wir einstimmig der Meinung, dass wir nun doch erst einmal die Forststraße weitergehen sollten. Der Wanderpfad war zudem noch ziemlich naß und rutschig.

Nach drei Stunden waren wir dann oben. Vor uns öffnete sich eine Lichtung auf der viele kleine Almhütten standen, die in einwandfreiem Zustand waren. In diesen Hütten hatten vor langer Zeit die in den Steinbrüchen arbeitenden Männer gewohnt. Ein Stück weiter weg war dann der Schleifsteinbruch. Auch heute noch wird dort zu bestimmten Zeiten für die Touristen Schleifstein abgebaut. Am Steinbruch machten wir Rast und aßen unser Vesperbrot. Das Wetter war wieder hervorragend, die Sonne schien und kein Wölkchen war am Himmel zu sehen.

Nach einer ausreichenden Pause ging es weiter, an den Hütten vorbei wieder einmal stetig bergauf, bis die Vegetation sich schlagartig änderte. Am Wegesrand sah man immer öfter moorige Löcher und der Weg wurde immer feuchter. Die großen Bäume wurden immer weniger und auf einmal stand man inmitten von niedrigen Latschenkiefern, umgeben von morastigem Boden, der bedeckt war mit Heidekraut und Heidelbeerbüschen. Wie durch ein Labyrinth  wand sich der Weg durch die Latschen Richtung Hochstand und man mußte den vielen Sumpflöchern ausweichen, deshalb sollte man den Weg bitte nicht verlassen!

Dann plötzlich war er da ....... der Löckersee!

Eigentlich war es kein richtiger See, denn er war nicht sehr groß. Es war mehr ein Tümpel mit tiefschwarzem Wasser in dem sich die ganze Bergwelt rundherum spiegelte.

Die Stille und die Schönheit dieser Landschaft beeindruckte uns alle sehr. Nach einer Pause verließen wir wieder dieses schöne Fleckchen Erde. Wir gingen den schmalen Pfad weiter in Richtung Hochstand und kurze Zeit danach erreichten wir wieder die Forststraße, die hinunter ins Tal führte. Dies war für uns Grund genug, zuerst einmal ein Schlückchen aus dem mitgebrachten Flachmann zu uns zu nehmen.

Frisch gestärkt und frohen Mutes ging es sodann bergab und wir rätselten, wo wir denn nun wieder aus dem Wald herauskommen würden. Der Weg schien kein Ende zu nehmen, so daß wir noch einmal die Forststraße verließen und den direkten, etwas steileren Pfad ins Tal nahmen. Zwischendurch öffnete sich ab und zu der Wald und wir konnten einen Blick in das schöne Gosautal werfen.

Der Weg endete wie vermutet direkt hinter dem Gasthaus „Gosauschmied“, was uns bewog dort noch einmal zu Kaffee und Kuchen einzukehren.

Nachdem wir in unserer Bleibe angekommen waren und den Schweiß und Staub abgewaschen hatten, brachen wir auf zum Gasthaus „Echo“, wo wir durch unsere Wirtin bereits am Morgen einen Tisch reserviert hatten. Dort begannen die Wildwochen und jeder hatte natürlich einen Bärenhunger, der dort mit einheimischen Spezialitäten in hervorragender Qualität und Quantität gestillt wurde. Wir schlugen so zu, daß nicht einmal ein Dessert mehr Platz hatte. Zum Glück servierte uns Traudl noch eine hochprozentige Rarität ihres Hauses, so daß die Verdauung wieder funktioniert. Nach einem längeren Umtrunk begaben wir uns schließlich zufrieden, satt und müde zu Bett.

 

Am nächsten Morgen galt es dann leider Abschied zu nehmen, vom schönen Gosau, von unserer hübschen Pension und von unseren netten Pensionswirten. Leider war dieser Kurzurlaub im Salzkammergut schon wieder vorbei und wir fuhren mit vielen neuen Erlebnissen und Eindrücken zurück in die Heimat. Zuvor machten wir jedoch noch einen Abstecher an den Wolfgangsee, nach St.Wolfgang. Leider muss ich sagen, dass mir dieser Ort in keiner Weise gefällt, denn die großen Hotels und Restaurants die bis unmittelbar an den See heran gebaut sind, lassen es nicht zu, an das Ufer des Sees zu gelangen um dort etwa einen kurzen Spaziergang zu machen. St.Wolfgang wird auf mich wohl verzichten müssen, ich stufe es für meine Person unter „überlaufen“ und „muss man nicht gesehen haben“ ein.

Doch am Hallstätter See, am Mondsee und am Gosausee muss man einmal gewesen sein, um die Schönheit und Ausstrahlung dieser gelungenen Kombination „Berge und Wasser“ zu genießen.

Eines steht für uns fest: „Das war nicht unsere letzte Wandertour im Gosautal!“

 

Es grüßen,

Hans und Sonja

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